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Alt 08.06.2011, 03:32   #1
eddn
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Registriert seit: 08.06.2011
Beiträge: 2
Unfall Roller/LKW

Guten Abend allerseits;


ich hätte eine Frage (oder mehrere Fragen) betreffs eines Unfalls, welcher mir heute passiert ist (ich war Betroffener, keine Teilschuld, nehme ich zumindest an).

Erstmal erscheint mir eine Beschreibung der Situation sinnvoll:

Ich befand mich mit meinem Roller vor einer Ampel (mit grünem Pfeil/Rechtsabbiegen bei rotem LIcht frei) an einer Hauptverkehrskreuzung mit kombinierter Geradeaus/Rechtsabbiegerspur und wollte geradeaus weiterfahren.

Vor mir war noch ein weiteres Auto, welches nach rechts abbog; da ich wie oben erwähnt, meinen Weg geradeaus fortsetzen wollte, fuhr ich zur Haltelinie vor und wartete auf mein Grünsignal.
Hinter mir hatte ich vor meinem Vorfahren bis zur Haltelinie einen LKW (großes Ding, irgendein 40-Tonner von MAN) bemerkt, konnte jedoch, da dieser bereits extrem nah aufgefahren war (ca.50cm?), keine Abbiegesignale seinerseits im Rückspiegel sehen.
Es verstrichen noch ca. 2-3sec., dann fuhr mir o.e. LKW hinten auf den Roller auf (respektive auf mein Top-case) und schob mich gewissermaßen vor sich her in den Kreuzungsbereich hinein. Ich löste nach ca. 1 sec. meine Bremsen, da der Roller umzukippen drohte und versuchte, mich von dem LKW (der übrigens nach rechts abbiegen wollte, wie ich dann recht aprubt bemerkte) abzusetzen, was mir allerdings erst nach ein paar Sekunden (und ca. 7-12m) gelang, da sich mein Top-case irgendwie im Kühlergrill des LKW verhakt hatte, oder dieser schlicht schneller beschleunigte als ich; das konnte ich mir währenddessen natürlich nicht genauer ansehen.
Ich konnte dann irgendwann (nach oben genannter Strecke, die ich irgendwie vor dem LKW und halb darunter zurückgelegt hatte) einen gewissen "Vorsprung" herausfahren, bzw. mich losreißen und den Fahrer des LKW durch Hupen und Rufen auf mich aufmerksam machen, allerdings erst, nachdem ich die Rechtskurve, die der LKW beschrieb, schon "zwangsweise" größtenteils mit durchlaufen war.
Der LKW hielt jedenfalls genau in der richtigen Zehntelsekunde an, da sich während der unfreiwilligen "Fahrt" mein Vorderrad bereits so weit gegen die Fahrtrichtung gestellt hatte, dass ich in kürzester Zeit umgekippt wäre
und daraufhin auch unausweichlich unter den LKW gefallen wäre.

Nachdem ich zum Stehen gekommen war, machte ich erst einmal den LKW-Fahrer etwas lautstark (ohne Beleidigungen, aber wie gesagt etwas dezibellastig) darauf aufmerksam, dass dieses jetzt wohl ein ziemlicher Sch... gewesen sei.
Dieser reagierte (natürlich) zuerst auch nicht gerade kooperativ, wohl auch, weil er mich direkt vor seinem Führerhaus nicht sehen konnte und vertrat anfänglich die Meinung, dass ich mich irgendwie "dazwischengezwickt" hätte (das ist zwar etwas nebulös, wurde jedoch anfänglich so behauptet), kam jedoch recht schnell davon ab, da ich ihn nachdrücklich aufforderte, rechts ranzufahren und die Situation etwas eingehender zu klären, zumal ich beim ersten Blick auf den Roller festgestellt hatte, dass zumindest bei mir wohl doch ein größerer Schaden vorlag.
Nachdem wir eine direkt nach der Kreuzung liegende Parkbucht angesteuert hatten, kam der Fahrer direkt mit einem "Schuldeingeständnis" auf mich zu und wollte die Angelegenheit mit einem Austausch der relevanten Daten gleich über die Bühne bringen.
Da ich vermeiden wollte, in irgendeiner Weise "überrumpelt" zu werden, bestand ich darauf, die Polizei zu verständigen (sei es jetzt angemessen oder auch nicht, da ja eigtl. kein Personenschaden vorlag, bis auf Schmerzen im Genick bei mir (wahrscheinlich durch den ersten Anprall des LKW verursacht); auf jeden Fall nichts, was ich bis jetzt, ca. einen halben Tag nach dem Unfall als gravierend einstufen könnte).
Diese kam dann nach ca. 40min. (kein Vorwurf!) an, in Gestalt eines Polizisten in einem Streifenwagen.
Während der Wartezeit hielt der LKW-Fahrer ein ad-hoc-Referat über die Qualität von Rollerkarosserien und begutachtete den Schaden an meinem Roller (das Top-case war aus seinen unter dem Sitz befindlichen Halterungen gerissen, auf den hinteren Karosserieteilen des Rollers befanden sich Kratzspuren (durch die Halterung des Top-case verursacht), das Top-case an sich war aufgerissen und liess sich nur notdürftig schliessen, das hintere, über dem Rücklicht befindliche Teil der Karosserie fehlte - dieses (bzw. die Reste) konnte ich während des Wartens auf die Polizei bei der Haltelinie der o.e. Ampel aufsammeln - und vor allem war die Sitzbank aus jeglicher Verankerung gebrochen und "aufgebockt"; insgesamt kann man sagen, dass das Vorhandensein des Top-case als "Knautschzone" mich davor bewahrte, z.B. direkt mit dem Hinterrad des Rollers in Berührung mit dem LKW zu kommen, was wahrscheinlich drastischere Folgen gehabt hätte).

Nachdem also der Polizist an der Unfallstelle angekommen war, wurden wir aufgefordert, die Geschehnisse zu schildern, bzw. war die exakte Frage, wer denn den Hergang schildern wolle. Ich tat dieses im Telegrammstil, um dem Polizisten einen kurzen Überblick über die Situation zu geben und war der Meinung, dass der ganze Ablauf noch etwas präziser betrachtet werden würde (d.h. die Tatsache, dass ich eine gewisse Strecke vor dem LKW "hergeschoben" wurde ging u.a. unter).

Nach der kurzen Schilderung wurden Fahrzeugscheine und Führerschein verlangt und ich wurde gefragt, ob ich einen Rettungswagen wünsche, bzw. ob ich irgendwelche Verletzungen angeben wolle; des weiteren kam dann gleich die Frage, ob ich diesen Unfall an die Verkehrspolizei weitergeben wolle, bzw. müsse diese bei Angabe von Verletzungen sowieso tätig werden, gleich mit dem Hinweis, dass bis zum Eintreffen dieser wohl schon einige Zeit verstreichen würde.
Beides verneinte ich, da mir eigentlich daran gelegen war, den "Aufwand" relativ gering zu halten und ich die Schmerzen im Genick auf ein "Schleudertrauma"
(das ist wahrscheinlich ein recht strapazierter Begriff, daher vermied ich es auch, diesen zu verwenden ) zurückführte, auch wirkte der Hinweis auf die Zeitspanne bis zum Eintreffen der Verkehrspolizei auf mich wie die implizite Frage: "brauchen wir die wirklich?".

Es wurde also ein Zettelchen bzgl. eines Kleinunffalls ausgefüllt, d.h. die Daten beider beteiligter Fahrer wurden aufgenommen, weitere Fragen zum Ablauf wurden vom Polizisten nicht gestellt, bis auf die Frage, ob ich zum Zeitpunkt des Auffahrens gestanden sei (ja), oder nicht; daraufhin gab es unter dem Verweis, dass das Ganze bei Eintreffen der Verkehrspolizei wohl noch etwas teurer für den Fahrer des LKW geworden sei, eine Verwarnung von 35€ für den Unfallgegner, zusammen mit der Aussage des Polizisten dass, der LKW-Fahrer sich nicht noch den restlichen Tag vermiesen lassen sollte.

Ich stand derweil etwas blöde herum und wurde noch gefragt, wie ich denn mit dem Roller weiter zu verfahren gedenke, was ich nur etwas hilflos mit "den Roller auf einen Anhänger verladen?" beantworten konnte; oder halt die Variante, das Top-case mit dem Auto abzuholen und danach den Roller nach provisorischem Anbau der Karosserieteile zur Werkstatt zu verfrachten.
Danach fuhren der Polizist und der LKW-Fahrer ab.

Jetzt fühle ich mich etwas bescheuert, da ich letztendlich nicht weiß, was in dem Unfallbericht (so es denn eigtl. einen gibt) geschrieben wurde, ob ich Zeter und Mordio hätte schreien sollen und die Verkehrspolizei hätte verlangen sollen, ob ich mich denn gleich ärztlich untersuchen hätte lassen sollen, ob es einen Unterschied (z.B. im Hinblick auf die Versicherung) gemacht hätte, wenn der Unfall detaillierter aufgenommen worden wäre (siehe Verkehrspolizei).
Ich möchte noch einmal sagen, dass ich keinerlei Ambitionen hege, ein Scherzensgeld o.ä. "herauszuklagen", ich weiß schlicht und einfach nicht, ob ich dem Polizisten und dem LKW-Fahrer gegenüber etwas nachdrücklicher hätte auftreten sollen und z.B. auf exakte Schilderung und "Rekonstruktion" des Unfalles hätte bestehen sollen, um einfach z.B. Nachteile bzgl. der Bearbeitung durch die generische Versicherung zu vermeiden, da die Schuldfrage ja irgendwie mit der Polizei nicht explizit geklärt wurde.

Das Ganze bereitet mir bei eingehender Betrachtung auf eine gewisse Art Magenschmerzen, daher würde ich mich über Einschätzungen zu diesem Unfall freuen, auch wenn sich die Antwort in dem simplen Wort "Trottel" erschöpfen sollte (vielleicht noch mit einer kurzen Erklärung), dann wüsste ich wenigstens, dass ich mich in einem ähnlichen Fall anders zu verhalten hätte.

Viele Grüße und danke fürs Lesen

eddn
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Alt 09.06.2011, 01:06   #2
DerKoch
Gehört hier zum Inventar...
 
Registriert seit: 12.11.2007
Ort: Schwarzwald
Beiträge: 625
Versicherungstechnisch würde ich hier kein Problem sehen. Ich denke dass der Schaden am Roller zu 100% von der LKW Versicherung bezahlt wird.

Was mich hier viel mehr wundert ist was das für ein dubioser Polizist war der seinerseits sagt "wenn man die Sache richtig aufnehmen will muss erst die richtige Polizei kommen" aber um zu entscheiden dass ein Verwarngeld von 35€ für den LKW Fahrer angemessen ist und man die Bußgeldstelle damit nicht belästigen muss war er kompetent genug.
Dann noch so ein Spruch dass es bei der richtigen Polizei teurer geworden wäre. Wo gibt´s denn sowas?

Wen haben die da geschickt? Den örtlichen Briefträger oder Parkticketschreiber? Hauptsache Uniform.
DerKoch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.06.2011, 09:45   #3
eddn
Neuer Teilnehmer
 
Registriert seit: 08.06.2011
Beiträge: 2
Hallo,

ich hatte gerade vorhin eine wunderschön ausführliche Antwort geschrieben, konnte diese
aber nicht posten, da anscheinend der Server ausgelastet war.

Daher hier nochmal die Kurzform in Stichpunkten (unter Office geschrieben und dann kopiert,
falls wieder etwas schiefgeht; sollte die Antwort dann in zig-facher Ausführung erscheinen,
oder die Formatierung zum Grausen aussehen, gleich mal vorab Entschuldigung):

- Ich habe bei der Polizei das Aktenzeichen erfragt und im Zuge dessen wurde mir mitgeteilt,
dass der LKW-Fahrer als Hauptverursacher festgestellt wurde

-> müßte ja für die Bearbeitung durch die Versicherung alles passen

- die Frage mit der Verkehrspolizei kann ich nicht beantworten, da ich mir verkniffen habe,
nachzufragen, um nicht den Eindruck zu erwecken, die Aufnahme des Unfalls in irgendeiner
Form anzuzweiflen, da ja die Schuldfrage geklärt scheint und dies hoffentlich für eine
komplikationslose Bearbeitung reichen sollte (außerdem gibt es ja bzgl. des Hergangs nichts
anzuzweifeln; ob es hilfreich gewesen wäre, wenn der Unfallhergang noch eingehender
aufgenommen worden wäre, v.a. im Hinblick auf die Versicherung, werde ich abwarten müssen)

- vielleicht gibt`s ja einen Unterschied allgemeine (Schutz-?) Polizei <-> Verkehrspolizei,
wobei es möglicherweise auch einen Unterschied in der Detailliertheit der Unfallaufnahme
gibt (wobei ich nicht weiß, wieso das Ganze dann teurer gewesen wäre, weil sich ja am
eigentlichen Unfallablauf nichts geändert hätte); auch kann es ja sein, dass es hier
Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern gibt;

-> das ist aber auf den Mist meiner Überlegungen gewachsen und muß keinerlei Gültigkeit haben!


Auf jeden Fall vielen Dank für die Antwort und viele Grüße

eddn
eddn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.06.2011, 00:29   #4
DerKoch
Gehört hier zum Inventar...
 
Registriert seit: 12.11.2007
Ort: Schwarzwald
Beiträge: 625
Zitat:
Zitat von eddn Beitrag anzeigen
Hallo,

ich hatte gerade vorhin eine wunderschön ausführliche Antwort geschrieben, konnte diese
aber nicht posten, da anscheinend der Server ausgelastet war.
Auch Hallo,
der gewiefte "Juratheke" drückt vor dem abschicken Strg+A und dann Strg+C so geht nichts verloren. Ab nächster Woche wird aber alles besser... dann läuft das wie Schmidts Katze.

Zitat:
Zitat von eddn Beitrag anzeigen
- Ich habe bei der Polizei das Aktenzeichen erfragt und im Zuge dessen wurde mir mitgeteilt,
dass der LKW-Fahrer als Hauptverursacher festgestellt wurde

-> müßte ja für die Bearbeitung durch die Versicherung alles passen
Ja, so sehe ich das auch.

Zitat:
Zitat von eddn Beitrag anzeigen
ob es hilfreich gewesen wäre, wenn der Unfallhergang noch eingehender
aufgenommen worden wäre, v.a. im Hinblick auf die Versicherung, werde ich abwarten müssen)
Ich denke dass das der Versicherung egal ist.

Zitat:
Zitat von eddn Beitrag anzeigen
- vielleicht gibt`s ja einen Unterschied allgemeine (Schutz-?) Polizei <-> Verkehrspolizei,
Da wo ich her komme nicht.
Aber da es hier im Forum mindestens einen Polizisten gibt bekommen wir darauf vielleicht noch eine Antwort.

Zitat:
Zitat von eddn Beitrag anzeigen
(wobei ich nicht weiß, wieso das Ganze dann teurer gewesen wäre, weil sich ja am
eigentlichen Unfallablauf nichts geändert hätte);
So wie Du den Unfall beschrieben hast hätte das für den LKW Fahrer ein dreistelliges Bußgeld mit Punkten geben können/müssen und nicht nur ein Verwarngeld für eine Unachtsamkeit.
Aber davon kannst Du Dir eh nichts kaufen... kann Dir also auch egal sein.

Zitat:
Zitat von eddn Beitrag anzeigen
auch kann es ja sein, dass es hier
Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern gibt;
Der Bußgeldkatalog ist überall der Selbe.

Zitat:
Zitat von eddn Beitrag anzeigen
Auf jeden Fall vielen Dank für die Antwort und viele Grüße

eddn
Gruß zurück.
DerKoch ist offline   Mit Zitat antworten
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