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Alt 10.03.2010, 07:57   #1
HaixHun
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Registriert seit: 10.03.2010
Beiträge: 7
Gutachter Zutritt gewähren oder verweigern?

Hallo liebe Forengemeinde,

da meine Miet-Wohnung wohl demnächst zwangsversteigert wird und ich eventuell Interesse habe diese zu ersteigern, habe ich mich mal hier im Forum angemeldet.

Ich habe ein Schreiben von einem Architekten bekommen, der vom Gericht beauftragt wurde ein Verkehrswertgutachten zu erstellen. Er bittet um Zugang zu meiner Wohnung und Vorlage des Mietvertrages.

Meine Frage: Ist es strategisch besser dem Gutachter Zugang zu gewähren oder nicht? Ziel ist natürlich einen möglichst geringen Preis bei der Versteigerung zu bezahlen.

Der Zustand meiner Miet-Wohnung ist im guten Zustand. Da gibt es eigentlich keine großen negativen Überraschungen.

Hat da jemand Erfahrung mit?

Was würdet ihr machen?

Beste Grüße

Ben
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Alt 10.03.2010, 09:45   #2
Paranoia querulans
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Registriert seit: 29.01.2009
Beiträge: 2.720
Hi,

für Sie als Mieter wäre es dann wohl besser, den Zugang zu verweigern, weil dann der verkehrswert u.U. geringer wird (keine Innenbesichtigung), und das Objekt für andere uninteressanter.

Ob sie den zugang verweigern können, steht auf einem anderen Blatt.
Wenn der Gutachter mit dem Eigentümer und angekündigt kommt, dann dürfen Sie den Zugangn nicht verweigern.
__________________
Meum est propositum in taberna mori ubi vina proxima morientis ori. tunc cantabunt laetius angelorum chori: 'sit deus propitius huic potatori'.
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Alt 10.03.2010, 11:17   #3
HaixHun
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Beiträge: 7
mit Eigentümer

Danke für die Info.

Sowas denke ich mir eigentlich auch. Es ist damit zu rechnen, dass der Verkehrswert tendenziell geringer ausfällt und weniger Interessenten bei der Versteigerung erscheinen, wenn der Verkehrswert ohne Innenbesichtigung festgelegt wurde.

Wenn der Eigentümer hier vor der Tür steht ist das natürlich was anderes...

Mal schaun, ob der sich mal blicken lässt - irgendwie glaube ich nicht daran.

Gibt es noch andere Meinungen zum Thema?
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Alt 10.03.2010, 11:26   #4
johanni
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Beiträge: 773
Der eine Weg ist zu spekulieren, dass der Verkehrswert niedriger angesetzt wird, wenn keine Innenbesichitgung zugelassen wird. Das bedeutet aber nicht, dass dann kein weiterer Interessent trotzdem höher bieten würde!Ich würde den Weg vorschlagen: Gespräch mit dem Wohnungseigentümer suchen und der Gläubigerbank.Vielfach sind heute die Banken zu einem Vergleich bereit. Johanni
johanni ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2010, 14:57   #5
UHU-1
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Zitat:
Zitat von HaixHun Beitrag anzeigen
Wenn der Eigentümer hier vor der Tür steht ist das natürlich was anderes...
... und wenn er nicht vor der Tür steht aber den Zutritt des SV verlangt kann er dies auch u.U. durch einstweilige Verfügung bei dem Prozeßgericht erreichen, was für den Mieter zusätzliche Kosten bedeutet.
__________________
Lesen ist eine Tugend, die man erst einmal lernen muss. Textverständnis ist hierbei kein zwingendes Erfordernis.

PN´s sind zwecklos, da Funktion ausgeschaltet und auch grundsätzlich nicht beantwortet werden.
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Alt 10.03.2010, 16:20   #6
HaixHun
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Beiträge: 7
Zitat:
Zitat von UHU-1 Beitrag anzeigen
... und wenn er nicht vor der Tür steht aber den Zutritt des SV verlangt kann er dies auch u.U. durch einstweilige Verfügung bei dem Prozeßgericht erreichen, was für den Mieter zusätzliche Kosten bedeutet.
wenn der Eigentümer den Zutritt des SV verlangt, dann lass ich den SV natürlich rein. "Vor der Tür stehen" war ja auch mehr im übertragenen Sinne gemeint.
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Alt 10.03.2010, 16:25   #7
HaixHun
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Beiträge: 7
Zitat:
Zitat von johanni Beitrag anzeigen
Der eine Weg ist zu spekulieren, dass der Verkehrswert niedriger angesetzt wird, wenn keine Innenbesichitgung zugelassen wird. Das bedeutet aber nicht, dass dann kein weiterer Interessent trotzdem höher bieten würde!Ich würde den Weg vorschlagen: Gespräch mit dem Wohnungseigentümer suchen und der Gläubigerbank.Vielfach sind heute die Banken zu einem Vergleich bereit. Johanni
Ich warte auf jedenfall erstmal den festgesetzten Verkehrswert vom SV ab - ob nun mit oder ohne Innenbesichtigung (am liebsten glaube ich ohne ).

Mal gucken, ob ich dann mal die Bank anrufe. Vielleicht lassen die ja mal durchblicken mit welchem Betrag unterhalb 70% vom VW sie zufrieden wären.
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Alt 10.03.2010, 16:29   #8
Gesamtausgebot
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Beiträge: 245
Rechnen Sie auch damit, dass der Gläubiger über ein "Elefantengehirn" verfügt.

Manche Gläubiger merken sich ganz genau, wer niedrige VKW´s "verschuldet" hat!
Gesamtausgebot ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2010, 16:41   #9
HaixHun
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Zitat:
Zitat von Gesamtausgebot Beitrag anzeigen
Rechnen Sie auch damit, dass der Gläubiger über ein "Elefantengehirn" verfügt.

Manche Gläubiger merken sich ganz genau, wer niedrige VKW´s "verschuldet" hat!
Klar, daran habe ich auch schon gedacht.

Trotzdem, so finde ich zumindest, ist es eine Überlegung wert, den SV keinen Zutritt zu gewähren.

Könnte ja auch sein, dass 70% vom dann festgelegten VKW immer noch ein Schnäppchen ist. Und das mit einer geringen Wahrscheinlichkeit von Auftretens potentieller Biet-Konkurrenten.

Bei 70% kann die Bank doch eh nichts mehr machen, oder? Egal jetzt ob Sie ein "Elefantengehirn" hat oder nicht.

Übrigens: Auf diese Gläubiger-Bank brauch man keine Rücksicht zu nehmen. Wenn ich das im Pfändungsbeschluss richtig verstanden habe, knöpfen die dem Schuldner zur Zeit Zinsen in Höhe von 15 von 100 von der noch offenen Darlehenssumme ab. Wenn das nicht Wucher ist. Kein Wunder, dass der Junge pleite ist.

Geändert von HaixHun (10.03.2010 um 16:49 Uhr)
HaixHun ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2010, 16:49   #10
UHU-1
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Zitat:
Zitat von Gesamtausgebot Beitrag anzeigen
Rechnen Sie auch damit, dass der Gläubiger über ein "Elefantengehirn" verfügt.
... und das haben die Banken.

Zitat:
Zitat von HaixHun Beitrag anzeigen
Könnte ja auch sein, dass 70% vom dann festgelegten VKW immer noch ein Schnäppchen ist.
Fragt sich nur von welchem Wert.

Die Banken haben da ihre eigene "Berechnung" und deren 70 % kann bei 150 % vom festgesetzten Verkehrswert liegen.

Und "gegen den Willen" der Bank kann das Gericht einen Zuschlag nicht erteilen!
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UHU-1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2010, 16:59   #11
HaixHun
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Beiträge: 7
Zitat:
Zitat von UHU-1 Beitrag anzeigen
Und "gegen den Willen" der Bank kann das Gericht einen Zuschlag nicht erteilen!
Befasse mich ja erst ganz neu mit der Materie. Ist das wirklich so bei einer Zwangsversteigerung? Das Gericht kann ohne das Einverständnis der Bank keinen Zuschlag ersteilen?

Hatte das eigentlich so verstanden, wenn 70% vom VKW geboten werden kann der Gläubiger den Zuschlag nicht verhindern.

Bei www.zwangsversteigerung.de steht:
------------------------------
"25. Was bedeuten die 5/10- und 7/10-Grenze?

Wenn das abgegebene Meist-/Höchstgebot (einschließlich des Wertes der bestehen-bleibenden Rechte) 5/10 des festgesetzten Verkehrwertes nicht erreicht, muss der Rechtspfleger von Amts wegen den Zuschlag versagen: Die Versteigerung muss dann ein paar Monate später wiederholt werden.

Werden zwar 5/10 des Verkehrswertes überschritten, aber 7/10 nicht erreicht, ist der Zuschlag auf Antrag der Gläubiger zu versagen.

Unter Umständen muss der Zuschlag auch in einem späteren Termin versagt werden, wenn die 5/10 - bzw. 7/10- Grenze nicht erreicht wird. (Genauere Informationen hierzu finden Sie in Storz, Praxis des Zwangsversteigerungsverfahrens, siehe Buchempfehlung.)

In jedem Versteigerungsverfahren kann der Zuschlag aber nur einmal wegen Nichterreichens der 5/10 - oder 7/10 - Grenze versagt werden; deshalb gibt es diesen Schutz in späteren Terminen nicht mehr."
----------------------
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Alt 10.03.2010, 17:04   #12
UHU-1
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Zitat:
Zitat von HaixHun Beitrag anzeigen
Hatte das eigentlich so verstanden, wenn 70% vom VKW geboten werden kann der Gläubiger den Zuschlag nicht verhindern.
Bitte richtig lesen!

Zitat:
Werden zwar 5/10 des Verkehrswertes überschritten, aber 7/10 nicht erreicht, ist der Zuschlag auf Antrag der Gläubiger zu versagen.
Hier hätte auch noch der Eigentümer mit angeführt werden müssen. Wer Berechtigter eines solchen Antrages ist, hat aber das Gericht im Termin zu prüfen.

Zitat:
In jedem Versteigerungsverfahren kann der Zuschlag aber nur einmal wegen Nichterreichens der 5/10 - oder 7/10 - Grenze versagt werden; deshalb gibt es diesen Schutz in späteren Terminen nicht mehr."
Aber der betreibende Gläubiger kann die Erteilung des Zuschlages immer noch verhindern, wenn er die einstweilige Einstellung des Verfahrens bewilligt!
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UHU-1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2010, 17:14   #13
HaixHun
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Beiträge: 7
Zitat:
Zitat von UHU-1 Beitrag anzeigen
Bitte richtig lesen!
Entschuldigung, ich bin ein bißchen schwer von Kapee und bei mir dauerst ein bißchen länger.

Es klingt halt einfach seltsam, dass für die Bank 70% vom VKW auch mal 150% von VKW sein kann. Klingt halt einfach komisch - ist aber aus irgendwelchen Gründen wahrscheinlich so.

Geändert von HaixHun (10.03.2010 um 17:17 Uhr)
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Alt 10.03.2010, 17:49   #14
Paranoia querulans
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Hi,

maßgeblich ist, dass die Bank auch bei über 70% des festgesetzten Verkehrswertes den Zuschlag verhindern kann (durch einstweilige Einstellung des Verfahrens).
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