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Alt 28.07.2010, 12:16   #1
Juracanhelp
Seltener Besucher
 
Registriert seit: 12.03.2010
Beiträge: 8
Veruntreuung von Vereinsgeldern

Hallo Zusammen,
ich hoffe, dass ich mich im richtigen Forum befinde – falls nicht, bitte ich diese gleich zu entschuldigen.

Zur Sache:
Ich bin seit März diesen Jahres 2.Vorsitzender in einem eingetragenen und gemeinnützigen Verein und zusammen mit dem 1.Vorsitzenden gemeinsam nach §26 BGB verantwortlich.
Bis zum Ende Februar 2010 war der 1.Vorsitzende alleiniger Verantwortlicher nach §26 BGB. Der „alte“ 1.Vorsitzende wurde wiedergewählt.

Nun habe ich die Bücher des Vereins aus den Jahren 2007, 2008, 2009 durchgesehen, um mir ein Bild über die Finanzen des Vereins zu machen. Ich stellte dabei fest, dass in den letzten drei Jahren rd. 50.000 Euro an Einnahmen aus dem Verkauf von Getränken und Essen fehlen!!

Beispiel:
Der Verein hatte in den letzten drei Jahren einen Wareneingang (Essen und Getränke) von 60.000 Euro. Aus dem Verkauf dieser Waren hätten eigentlich 162.000 Euro an Einnahmen resultieren müssen (Faktor 2,7).
Abzüglich von Eigenverzehr/Eigenverbrauch von „vermuteten“ 15% (24.300 Euro) verbleiben immer noch 137.700 Euro an möglichen Einnahmen. In den Büchern bzw. aus den Einnahme-Überschussrechnungen sind jedoch nur 90.000 Euro ersichtlich. Belege über Eigenverzehr/Eigenverbrauch usw. sind KEINE vorhanden. Es fehlen also exakt: 47.700 Euro.
Weitere Prüfungen ergaben, dass nicht nur Geld fehlt, sondern auch noch einige private Rechnungen des 1. Vorsitzenden in der Vergangenheit durch den Verein bezahlt wurden.

Da nur der 1.Vorsitzende in der Vergangenheit alleine alle Geldgeschäfte tätigte, liegt der Verdacht nahe, dass durch ihn Geld veruntreut wurde. Der Vereinskassier hatte aus heutiger Sicht keine Möglichkeiten Geld zu unterschlagen.

Wie soll ich mich nun mit meinem Wissen verhalten? Was meint das Forum hierzu?
Hinzufügen möchte ich noch, dass der Vorstand immer ordentlich entlastet wurde und weder den Kassenprüfern noch dem Steuerberater solche Dinge aufgefallen sind.
Und zu guter Letzt: Der betroffene ist mein bester Freund, was die ganze Sache nun auch noch emotional werden lässt…


Für ein paar Tipps wäre ich Euch allen sehr, sehr dankbar.


Andy
Juracanhelp ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2010, 18:32   #2
Junggeselle1
Gehört hier zum Inventar...
 
Registriert seit: 05.12.2009
Ort: Dssf
Beiträge: 1.297
Zitat:
Zitat von Juracanhelp Beitrag anzeigen
Wie soll ich mich nun mit meinem Wissen verhalten?
das ist deine persönliche Entscheidung welche nur Du selbst beantworten kannst.

Zitat:
Was meint das Forum hierzu?
Wenig, wie ich merke? WEil das wohl eher in die Rubrik geraten könnte "Rechtsberatung" was hier nicht stattfindet.

Zitat:
Hinzufügen möchte ich noch, dass der Vorstand immer ordentlich entlastet wurde
ja und, und was sagt die Satzung übers thema Entlastung? Ist dann auch etwas entlastet worden was der MV unbekannt war? Ich denke nicht..... somit entfällt dieses Argument und man wird Schuldig gesprochen.... wenn es unrecht war.

Zitat:
und weder den Kassenprüfern noch dem Steuerberater solche Dinge aufgefallen sind.
Ja und?
Ihr habt euch ein paar Deppen zu Kassenprüfern gewählt die wohl von der Materie nichts verstehen?
Der Steuerberater kann nur den Geldfluss beobachten den er zur Kontrolle eingereicht bekommt, nicht aber ob die Ausgaben durch Beschlüsse abgedeckt waren. Freispruch für den SB nicht aber für die Kassenprüferdeppn.
Was schreibt eure Satzung über diese genau?


Zitat:
Und zu guter Letzt: Der betroffene ist mein bester Freund, was die ganze Sache nun auch noch emotional werden lässt…
Ist Dir der Spruch "Bei Geld hört die Freundschaft auf" geläufig? Dann richte Dich besser danach, denn bei solchen Beträgen kanst Du davon ausgehen das jeder Staatsanwalt sich dafür interessieren wird und die Verjährung liegt hier bei den berühmten 10 Jahren Aufbewahrungspflichten über die Bücher.
Dein Weg sollte auch erstmal sein, Reden mit dem Vorsitzenden. Lesen, in den ganzen Protokollen wo was genehmigt wurde, oder nicht. Laß Dir nach dem Lesen erstmal von Deinem Freund mündlich erklären was los war. Kommen Ausschweifungen inform von Grims-Märchen dann überleg Dir gut wie Du handelst, denn danach ist die Freundschaft wohl beendet.....?
Was auch noch machbar wäre, ist, in einer aoMV allen Mitgliedern den Sachverhalt erklären und die müssen dann entscheiden. Denn, selbst die Anzeige muss durch die MV angeordnet worden sein weil der Verein klagt, nicht das Mitglied. Der Vorstand repräsentiert den Verein.
Das bedeutet dann auch, Abwahl des 1. VSlers, Neuwahl eines neuen 1. und dann den Klageweg einnehmen.
Sollte ich mich hier jetzt irgendwie geirrt haben, oder auch im Ganzen, dann werden sich hier einige über meinen Beitrag stürzen und mich mal wieder zusammenstauchen aber als eine 1. Überlegung und um weitere Überlegungen zu finden, klick ich jetzt auf "Antworten"
__________________
Ich bin kein Jurist daher können einige Passagen meiner Beiträge Fehler enthalten. Daher Bitte ich um Nachsicht.
Junggeselle1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.07.2010, 08:02   #3
laubenpieper
Gehört hier zum Inventar...
 
Registriert seit: 21.09.2008
Ort: Bebra
Beiträge: 510
Zitat:
Beispiel:
Der Verein hatte in den letzten drei Jahren einen Wareneingang (Essen und Getränke) von 60.000 Euro. Aus dem Verkauf dieser Waren hätten eigentlich 162.000 Euro an Einnahmen resultieren müssen (Faktor 2,7).
Abzüglich von Eigenverzehr/Eigenverbrauch von „vermuteten“ 15% (24.300 Euro) verbleiben immer noch 137.700 Euro an möglichen Einnahmen. In den Büchern bzw. aus den Einnahme-Überschussrechnungen sind jedoch nur 90.000 Euro ersichtlich. Belege über Eigenverzehr/Eigenverbrauch usw. sind KEINE vorhanden. Es fehlen also exakt: 47.700 Euro.
Weitere Prüfungen ergaben, dass nicht nur Geld fehlt, sondern auch noch einige private Rechnungen des 1. Vorsitzenden in der Vergangenheit durch den Verein bezahlt wurden.
Woher kommt der Faktor 2,7 ?
Ist der ordentlich ermittelt ?

Hattet ihr schon mal eine Steuerprüfung? Dann wird das Finalzamt auch einen Fehlbetrag feststellen und zur Steuernachzahlung auffordern.

Bevor mit Kanonen geschossen wird, ist eine genaue Berechnung erforderlich!
__________________
Gruß Laubenpieper
laubenpieper ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.07.2010, 08:39   #4
ugoetze
Gehört hier zum Inventar...
 
Registriert seit: 30.03.2009
Ort: Nähe Hannover
Beiträge: 1.160
Zitat:
Es fehlen also exakt 47.700 Euro.
Berechnungen sind ja schön und gut, aber sie können nur ein Indiz für Fehler sein. Und das Wort exakt passt nicht. Das ergibt sich ja auch bereits aus der vorgetragenen Überlegung, dass:
Zitat:
Abzüglich von Eigenverzehr/Eigenverbrauch von „vermuteten“ 15% (24.300 Euro)
Du auch bereits einen Unsicherheitsfaktor erkannt hast.
Dieses übrigens mit einem Prozentsatz auszudrücken ist fehlerhaft. Die richtige Überlegung ist, die Anzahl der beteiligten Personen zu ermitteln und deren Konsum zu schätzen.
... und wie laubenpieper richtig angemerkt hat: Einen gleichbleibenden Faktor von 2,7 für alle Arten von Getränken und Essen ist absurd. Da muss schon eine exakte Kalkulation für jede Warengruppe her.
Zitat:
sondern auch noch einige private Rechnungen des 1. Vorsitzenden in der Vergangenheit durch den Verein bezahlt wurden.
Auch diese Behauptung kann möglicherweise widerlegt werden, denn zumindest Kassenwart, Kassenprüfer und Steuerberater hatten keine Bedenken.
Ich würde den Ball niedrig halten und nachfragen, wie denn die Gelder abgerechnet wurden. Da ist doch gezählt worden und das Ergebnis wahrscheinlich aufgeschrieben worden. Wie kann dann anschließend Geld veruntreut werden? Haben die Helfer korrekt abgerechnet? Dort ist doch viel eher eine Fehlerquelle zu vermuten.
Also erst einmal Entwarnung: Im Zweifel für den Angeklagten.
Wie schnell kann durch voreilige Verdächtigungen der Vereinsfrieden zerstört werden!
__________________
Freundliche Grüße: ugoetze
ugoetze ist offline   Mit Zitat antworten
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