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Alt 25.01.2011, 19:28   #1
slinde88
Neuer Teilnehmer
 
Registriert seit: 25.01.2011
Beiträge: 4
Unglücklich nicht angepasste geschwindigkeit

Hey Leute,

Ich bin echt verzweifelt. Und zwar hatte ich letzte woche einen kleinen unfall bei dem ich in einer kurve ins rutschen gekommen bin und in den seitengraben gekracht bin.
Dabei habe ich ein auto im gegenverkehr leicht gestriffen, die polizei kam.
Es ging bergrunter, war im wald und es war glatt.
Die polizei wirft mir nur nich angepasste geschwindigkeit vor, obwohl 100 erlaubt waren und kein glätteschild oder ähnliches da war.
ich bin höchstens 50 gefahren und habe das (leider) der polizei auch gesagt, was laut meinem onkel ein großer fehler war.
mein großes problem ist jetzt, dass ich noch 3 wochen probezeit habe und es extrem bitter wäre, wenn ich eine probezeitverlängerung bekäme und aufbauseminar, da ich als dh-student auch sehr wenig zeit habe. Frage ist jetzt ob ein Einspruch erfolgsversprechend wäre und ob faktoren wie, ich fahre sehr selten und kann die situation deswegen schlecht einschätzen, habe die geschwindigkeit meiner meinung nach angepasst, es war kein gefahrenschild da, oder auch der fakt dass ich noch 3 wochen probezeit habe und mir nichts zu schulden kommen habe bis dahin?

Danke für die antworten, bin echt verzweifelt
slinde88 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2011, 19:54   #2
Anagrom Ataf
Moderator
 
Registriert seit: 13.01.2005
Beiträge: 21.481
Zitat:
obwohl 100 erlaubt waren und kein glätteschild oder ähnliches da war.
??? Eine "Glätteschild"? Im Winter und dann besonders in Waldgebieten müssen Sie immer mit Glätte rechnen und können nicht auf Warnschilder warten.
Zitat:
ich bin höchstens 50 gefahren und habe das (leider) der polizei auch gesagt, was laut meinem onkel ein großer fehler war.
??? Was hätten sie denn nach Meinung des Onkels sagen sollen? Dass Sie Schrittgeschwindigkeit fuhren? Polizisten sind nicht so dumm, dass Sie an Hand des Unfalls bzw. der Schäden nicht eine grobe Einschätzung vornehmen können und die nicht angepasste Geschwindigkeit liegt schon darum auf der Hand, weil Sie im Graben landeten.
Zitat:
Frage ist jetzt ob ein Einspruch erfolgsversprechend wäre
Wogegen? Es gibt nach der Schilderung doch bisher nicht einmal einen Bußgeldbescheid sondern nur eine anhörung durch die Polizei.
Zitat:
und ob faktoren wie, ich fahre sehr selten und kann die situation deswegen schlecht einschätzen, habe die geschwindigkeit meiner meinung nach angepasst, es war kein gefahrenschild da, oder auch der fakt dass ich noch 3 wochen probezeit habe und mir nichts zu schulden kommen habe bis dahin?
Das ist alles nicht maßgeblich und eher kein taugliches Argument. Allenfalls der Hinweis, dass man schon mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit fuhr, wäre in Ordnung.
Zitat:
bin echt verzweifelt
Na ja, es gibt sicher Angenehmeres, aber für Verzweifeln gibt es andere Gründe. Was wäre denn gewesen, wenn Sie oder der Fahrer im anderen Auto verletzt worden wären (oder mehr)?
__________________
Demokratie ist eine Einrichtung, die es den Menschen gestattet, frei zu entscheiden, wer an allem schuld sein soll.
Anagrom Ataf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2011, 19:59   #3
slinde88
Neuer Teilnehmer
 
Registriert seit: 25.01.2011
Beiträge: 4
Unglücklich

busgeldbescheid is zwar noch nicht da, aber der polizist hat gemeint, dass er kommen wird....
und verzweifelt bin ich einfach, weil es noch 3 wochen gewesen wären.
wie lange wäre überhaupt eine probezeitverlängerung?
slinde88 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2011, 20:27   #4
Depede
Gehört hier zum Inventar...
 
Registriert seit: 17.01.2005
Beiträge: 1.032
Zitat:
??? Was hätten sie denn nach Meinung des Onkels sagen sollen? Dass Sie Schrittgeschwindigkeit fuhren? Polizisten sind nicht so dumm, dass Sie an Hand des Unfalls bzw. der Schäden nicht eine grobe Einschätzung vornehmen können und die nicht angepasste Geschwindigkeit liegt schon darum auf der Hand, weil Sie im Graben landeten.
Trotzdem war es nicht hilfreich, sich festzulegen.

Es fragt sich, was unter dem Begriff "angepaßte Geschwindigkeit" genau zu verstehen ist. Anpassung an was? An die Witterung? An jedes denkbare Ereignis, das sich verkehrsgefährdend auswirken kann?

Ist bei Eintreten eines Unfall im Regelfall von "nicht angepasster Geschwindigkeit" auszugehen?
Depede ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2011, 20:58   #5
Anagrom Ataf
Moderator
 
Registriert seit: 13.01.2005
Beiträge: 21.481
Zitat:
Trotzdem war es nicht hilfreich, sich festzulegen.
Aber bei der Angabe "50" auch nicht schädlich, wenn es nicht gerade überall glatt und schneereich war.
Zitat:
Anpassung an was?
An die Verkehrs- und witterungsverhältnisse.
Zitat:
Ist bei Eintreten eines Unfall im Regelfall von "nicht angepasster Geschwindigkeit" auszugehen?
Nun, ein Unfallverursachung bei Glätte wird im Normalfall erst einmal ein Indiz für nicht angepasste Geschwindigkeit sein. Ob man das Ganze dann entkräften kann, hängt von den umständen ab.
Zitat:
busgeldbescheid is zwar noch nicht da, aber der polizist hat gemeint, dass er kommen wird....
Nun, bei der Polizei soll es auch Hellseher geben. Erst einmal abwarten, was genau kommt. Es kann auch nur eine Verwarnung sein.
Zitat:
und verzweifelt bin ich einfach, weil es noch 3 wochen gewesen wären.
Na ja, dann gäbe es eben eine Verlängerung. Ärgerlich, aber es gibt Schlimmeres.
Zitat:
wie lange wäre überhaupt eine probezeitverlängerung?
Das überlasse ich Nutzern, die sich besser auf Details in diesem Bereich verstehen.
__________________
Demokratie ist eine Einrichtung, die es den Menschen gestattet, frei zu entscheiden, wer an allem schuld sein soll.
Anagrom Ataf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2011, 21:30   #6
Jens
Moderator
 
Registriert seit: 19.01.2007
Ort: Kiel
Beiträge: 4.008
Zitat:
Zitat von Anagrom Ataf Beitrag anzeigen
Zitat:
wie lange wäre überhaupt eine probezeitverlängerung?
Das überlasse ich Nutzern, die sich besser auf Details in diesem Bereich verstehen.
Durch die Anordnung der Teilnahme an einem Aufbauseminar wird die Probezeit um zwei Jahre verlängert.
Jens ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2011, 21:48   #7
Anagrom Ataf
Moderator
 
Registriert seit: 13.01.2005
Beiträge: 21.481
Gibt es so eine Anordnung zwangsläufig? Auch wenn es bei einer Verwarnung bliebe?
__________________
Demokratie ist eine Einrichtung, die es den Menschen gestattet, frei zu entscheiden, wer an allem schuld sein soll.
Anagrom Ataf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2011, 17:56   #8
nachteule
Moderator
 
Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 2.034
Hallo, Slinde88,

herzlich willkommen in der Jurathek.

Der Polizeibeamte geht davon aus, was er vor Ort sieht (Unfallspuren, örtliche Gegebenheiten, Straßen - und Witterungsverhältnisse, Beschädigungen), vernimmt die Zeugen und Unfallbeteiligten und bildet sich dann seine Meinung.

Kommt er zu dem Schluss, dass der Unfall durch eine den Straßen - oder Witterungsverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit verursacht wurde, zeigt er dies so an, und dagegen ist nichts zu sagen.

Das heißt aber noch lange nicht, dass diese Anzeige zwangsläufig zu einem Bußgeld führen muss.

Nicht wenige Verfahren werden gerade bei diesen Vorwürfen auf einen Verwarnungstatbestand heruntergestuft, wenn ein gut begründeter Einspruch eingelegt wird, bzw., wenn der Betroffene gegenüber der Bußgeldstelle schlüssig darlegen kann, dass der Unfall z. B. durch eine kurze Unachtsamkeit o.ä. verursacht wurde.

Gerade dann, wenn es um Probezeitverlängerung geht, würde ich gegen einen Bußgeldbescheid angehen, um eine Verwarnung zu erreichen.

Viele Grüße,

Nachteule
__________________
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

Mahatma Gandhi
nachteule ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2011, 02:26   #9
DerKoch
Gehört hier zum Inventar...
 
Registriert seit: 12.11.2007
Ort: Schwarzwald
Beiträge: 625
Der Tatbestandskatalog gibt das her.

Das hier hat der Polizist wohl gemeint.
Zitat:
TBNR 103602
Sie fuhren in Anbetracht der besonderen örtlichen Straßen- oder Ver-
kehrsverhältnisse mit nicht angepasster Geschwindigkeit.
Es kam zum Unfall. A 3 75,00 €
§ 3 Abs. 1, § 1 Abs. 2, § 49 StVO; § 24 StVG; 8.1 BKat;
§ 3 Abs. 3 BKatV; § 19 OWiG
Oder das.
Zitat:
TBNR
103620 Sie fuhren bei schlechten Sicht- oder Wetterverhältnissen mit
nicht angepasster Geschwindigkeit. Es kam zum Unfall. A 3 75,00 €
§ 3 Abs. 1, § 1 Abs. 2, § 49 StVO; § 24 StVG; 8.1 BKat;
§ 3 Abs. 3 BKatV; § 19 OWiG
Besser wäre wenn man sich auf das einigen könnte.
Zitat:
TBNR
103854 Sie verursachten infolge nicht angepasster Geschwindigkeit
einen Unfall. A 1 35,00 €
§ 3 Abs. 1, § 1 Abs. 2, § 49 StVO; § 24 StVG; 8.2 BKat; § 19 OWiG
Da letzteres nur 35€ kostet gibt es keinen Punkt und somit auch keine Probezeitverlängerung und Aufbauseminar.

Insgesamt heißt das:
1.) Schlechte Sicht, Schnee, Glatteis führt zum Unfall = hohe Strafe + Punkte + Seminar und Verlängerung.
2.) Gute Sicht, Straßenzustand normal und trotzdem Unfall = niedrigere Strafe keine Punkte und kein Seminar/Verlängerung

Sich auf das Glatteis berufen ist gar nicht gut.

Ich würde erst mal abwarten was im Bußgeldbescheid steht... unter 40€ ist alles gut dann bezahlen und der Fall ist erledigt. Ab 40€ und in Betracht der kurzen Restprobezeit würde ich auch an einen Wiederspruch denken.

Es ist so dass die Bußgeldstelle den Bußgeldbescheid an Hand der Aussage des Polizisten erstellt. Beim Wiederspruch hat man die Gelegenheit der Bußgeldstelle die eigene Sicht der Dinge dar zu legen.
Wenn man ehrlich ist muss man zugeben dass die Aussage des Polizisten schon dem entspricht was im Gesetz steht aber man sollte nichts unversucht lassen.
Unter Umständen wäre ein Anwalt nicht schlecht.



Zitat:
Zitat von Anagrom Ataf Beitrag anzeigen
Gibt es so eine Anordnung zwangsläufig? Auch wenn es bei einer Verwarnung bliebe?
Bei Verwarnungen passiert nichts... erst wenn es eine Eintragung im VZR gibt.
Siehe
§ 2a StVG

Zitat:
(2) Ist gegen den Inhaber einer Fahrerlaubnis wegen einer innerhalb der Probezeit begangenen Straftat oder Ordnungswidrigkeit eine rechtskräftige Entscheidung ergangen, die nach § 28 Abs. 3 Nr. 1 bis 3 in das Verkehrszentralregister einzutragen ist, so hat, auch wenn die Probezeit zwischenzeitlich abgelaufen oder die Fahrerlaubnis nach § 6e Absatz 2 widerrufen worden ist, die Fahrerlaubnisbehörde
Zitat:
  1. seine Teilnahme an einem Aufbauseminar anzuordnen und hierfür eine Frist zu setzen, wenn er eine schwerwiegende oder zwei weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen begangen hat,
  2. ihn schriftlich zu verwarnen und ihm nahe zu legen, innerhalb von zwei Monaten an einer verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen, wenn er nach Teilnahme an einem Aufbauseminar innerhalb der Probezeit eine weitere schwerwiegende oder zwei weitere weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen begangen hat,
  3. ihm die Fahrerlaubnis zu entziehen, wenn er nach Ablauf der in Nummer 2 genannten Frist innerhalb der Probezeit eine weitere schwerwiegende oder zwei weitere weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen begangen hat.
Die Fahrerlaubnisbehörde ist bei den Maßnahmen nach den Nummern 1 bis 3 an die rechtskräftige Entscheidung über die Straftat oder Ordnungswidrigkeit gebunden. Für die verkehrspsychologische Beratung gilt § 4 Abs. 9 entsprechend.

Nochmal @slinde88
Man könnte auch versuchen der Bußgeldstelle glaubhaft zu machen dass es sich um diese OWI handelt.

Zitat:
TBNR
117602 Sie fuhren am Tage außerhalb einer geschlossenen Ortschaft ohne Abblendlicht, obwohl die Sicht durch Nebel, Schneefall oder Regen erheblich
behindert war. Es kam zum Unfall. B 3 60,00 €
§ 17 Abs. 3, § 1 Abs. 2, § 49 StVO; § 24 StVG; 76 BKat;
§ 3 Abs. 3 BKatV; § 19 OWiG
Das kostet zwar 60€ und es gibt 3 Punkte aber es ist nur ein sogenannter (B) Verstoß welcher die Anordnung von Aufbauseminar und Probezeitverlängerung nicht rechtfertigt. Von den (B) Verstößen braucht man zwei damit §2a (2) StVG greifen kann.
Siehe oben unter 1.
eine schwerwiegende = ein (A) Verstoß
oder zwei weniger schwerwiegende = 2 (B) Verstöße


DerKoch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2011, 14:09   #10
Depede
Gehört hier zum Inventar...
 
Registriert seit: 17.01.2005
Beiträge: 1.032
Zitat:
Das kostet zwar 60€ und es gibt 3 Punkte aber es ist nur ein sogenannter (B) Verstoß welcher die Anordnung von Aufbauseminar und Probezeitverlängerung nicht rechtfertigt. Von den (B) Verstößen braucht man zwei damit §2a (2) StVG greifen kann.
Siehe oben unter 1.
eine schwerwiegende = ein (A) Verstoß
oder zwei weniger schwerwiegende = 2 (B) Verstöße
Wer legt denn fest, was ein schwerer oder leichter Verstoß ist?

Geändert von Depede (27.01.2011 um 14:11 Uhr)
Depede ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2011, 20:43   #11
Jens
Moderator
 
Registriert seit: 19.01.2007
Ort: Kiel
Beiträge: 4.008
Zitat:
Zitat von Depede Beitrag anzeigen
Wer legt denn fest, was ein schwerer oder leichter Verstoß ist?
Anlage 12 FeV
Jens ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.2011, 02:46   #12
jetbundle
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Beiträge: 1.902
Zitat:
Zitat von slinde88 Beitrag anzeigen
Und zwar hatte ich letzte woche einen kleinen unfall bei dem ich in einer kurve ins rutschen gekommen bin und in den seitengraben gekracht bin.
Dabei habe ich ein auto im gegenverkehr leicht gestriffen, die polizei kam.
Also wenn man aus der Kurve schleudert, in den Gegenverkehr geraet und im Graben landet, dann ist "klein" relativ. Sie koennen von Glueck reden dass es da nicht zu Verletzten, geschweige denn Toten gekommen ist. Stellen Sie sich vor Sie waeren frontal unter einen LKW geraten, haetten einen voll besetzten entgegenkommenden Kleinwagen "abgeschossn" oder haetten sich um einen Baum gewickelt.

Zitat:
Es ging bergrunter, war im wald und es war glatt.
Die polizei wirft mir nur nich angepasste geschwindigkeit vor,
Das war es anscheinend auch. Insbesondere wenn die Glaette verkennbar war bzw. man davon ausgehen konnte. Licht-Schatten-Wechsel im Walt und Temperaturen um den Gefrierpunkt fuehren sehr schnell zu glaette, und in den Kurven wird die Glaette erfahrungsgemaess meist noch schlimmer durch den Verkehr.
Zitat:
obwohl 100 erlaubt waren und kein glätteschild oder ähnliches da war.
ich bin höchstens 50 gefahren
Naja, auf einer Mikrowelle steht (in Deutschland) auch nicht dass man sein Haustier nicht in der Mikrowelle trocknen sollte. Als Autofahrer muss man wissen in welchen Situationen Glaette entstehen kann. Und wenn die Gefahr besteht, oder man sogar die Glaette schon erkannt hat, dann muss man entsprechend vorsichtig fahren. Da muss kein Schild 'dran stehen. Genauso wenig kann man sich auf das Tempolimit berufen. Ein Tempolimit ist keine Richtgeschwindigkeit, sondern ein Limit. Es gibt Situationen, da muss man langsamer als das Tempolimit fahren. Ich kann mich an diverse hueglige Kurvenstecken im Wald erinnen in denen ich selbst im Sommer auf unter 50 in den Kurven (trotz Tempolimit 100) abbremse.

Zitat:
und habe das (leider) der polizei auch gesagt, was laut meinem onkel ein großer fehler war.
Muss nicht unbedingt ein Fehler sein. Letztendlich wird der eigenen Aussage des Fahrers nur begrenzt Glauben geschenkt werden. Die Polizei wird wohl schon selber abschaetzen koennen wie schnell Sie gefahren sind.

mein großes problem ist jetzt, dass ich noch 3 wochen probezeit habe und es extrem bitter wäre, wenn ich eine probezeitverlängerung bekäme und aufbauseminar, da ich als dh-student auch sehr wenig zeit habe.

Zitat:
ich fahre sehr selten und kann die situation deswegen schlecht einschätzen,
Meiner Meinung nach ein guter Grund die Probezeit zu verlaengern.

Zitat:
habe die geschwindigkeit meiner meinung nach angepasst,
Naja, wenn die Geschwindigkeit nicht angepasst war und Sie trotzdem der Meinung sind sie sei angepasst gewesen ist das ein guter Grund Sie auf ein Aufbauseminar zu schicken.

Zitat:
es war kein gefahrenschild da,
Hilft vermutlich nur wenn die Situation extrem ueberraschend, und trotz vorrausschauendem Fahren nicht erkennbar war.

Letztendlich muessen Sie erst mal abwarten was kommt. Wenn Sie einen Widerspruch machen wollen, dann muessten Sie die Situation genau analysieren: Temperatur, allgemeine Wetterbedingungen, Feuchtigkeit/Glaette, Steckenfuehrung, Rahmenbedingungen, Urzeit etc. Sollten 1) es keine wiedrigen (Wetter)Bedingugnen gewesen sein oder 2) Ihre Fahrweise angepasst gewesen sein und die Glaette in der Kurve absolut nicht voraussehbar gewesen sein dann koennten Sie aeine Chance haben. Ich wuerde aber vorher mit einem Verkehrsanwalt reden, denn man kann sich ziemlich schnell selber noch mehr belasten.

Ein Versuch auf Gross- und Kleinschreibung zu achten waere uebrigens auch nicht schlecht.
__________________
Dies ist die rein persoenliche, unqualifizierte Meinung eines theoretischen Physikers, d.h. eines juristischen Laien.
jetbundle ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.2011, 12:55   #13
Fridolinchen
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Beiträge: 6.557
Zitat:
Zitat von jetbundle Beitrag anzeigen
Letztendlich muessen Sie erst mal abwarten was kommt. Wenn Sie einen Widerspruch machen wollen, dann muessten Sie die Situation genau analysieren: Temperatur, allgemeine Wetterbedingungen, Feuchtigkeit/Glaette, Steckenfuehrung, Rahmenbedingungen, Urzeit etc. Sollten 1) es keine wiedrigen (Wetter)Bedingugnen gewesen sein oder 2) Ihre Fahrweise angepasst gewesen sein und die Glaette in der Kurve absolut nicht voraussehbar gewesen sein dann koennten Sie aeine Chance haben. Ich wuerde aber vorher mit einem Verkehrsanwalt reden, denn man kann sich ziemlich schnell selber noch mehr belasten.

Ein Versuch auf Gross- und Kleinschreibung zu achten waere uebrigens auch nicht schlecht.


Hallo,

als Beispiel habe ich nur deinen letzten Absatz kopiert.

Wenn man im Glashaus sitzt....

Gruß
Frido
__________________
"Im Vordergrund meiner Entscheidung steht das Kindeswohl."

Die m.E. meistgebrauchte Lüge deutscher Familienrichter!
Fridolinchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.02.2011, 20:15   #14
slinde88
Neuer Teilnehmer
 
Registriert seit: 25.01.2011
Beiträge: 4
Unglücklich

hey,
also der Bußgeldbescheid ist jetzt da, 145 euro und 3 punkte steht drauf.
Wie sollte ich jetzt konkret vorgehn, wenn ich Widerspruch einlegen will?
Und würde es mir helfen, wenn ich angeben würde, dass meine Freundin nach 3 Jahren an dem Morgen per Sms schlussgemacht hätte und ich deswegen total fertig war? Hat mir ne Freundin angeboten das zu machen und hört sich für mich plausibel an, weil es ja in die Richtung "unaufmerksam bzw. abgelenkt" geht.

Danke für die Beiträge
slinde88 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.02.2011, 20:31   #15
Jens
Moderator
 
Registriert seit: 19.01.2007
Ort: Kiel
Beiträge: 4.008
Zitat:
Zitat von slinde88 Beitrag anzeigen
Wie sollte ich jetzt konkret vorgehn, wenn ich Widerspruch einlegen will?
Innerhalb von 14 Tagen einen Brief an die ausstellende Behörde schicken. Darin sollte das Aktenzeichen und das Wort "Einspruch" auftauchen, mehr ist nicht nötig.


Zitat:
Zitat von slinde88 Beitrag anzeigen
Und würde es mir helfen, wenn ich angeben würde, dass meine Freundin nach 3 Jahren an dem Morgen per Sms schlussgemacht hätte und ich deswegen total fertig war?
Suuuper Idee

Deine Freundin begeht dann eine Straftat durch ihre Falschaussage. Und du selber erlärst, daß du geistig nicht in der Lage warst das Fahrzeug zu führen. Da könnte man dann glatt drüber nachdenken, ob dein Unfall nicht besser nach §315c StGB zu verfolgen wäre.
Jens ist offline   Mit Zitat antworten
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