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Alt 04.10.2005, 13:18   #1
malledream
Gast
 
Beiträge: n/a
Bitte helfen!!!!

Wir nehmen den folgenden Fall an und es wäre sehr hilfreich,
Informationen und Kommentare hierzu zu bekommen.

A ist verwitwet und stirbt. Stiefkind B wird Erbe. Kinder C + D erhalten
Pflichtteile.

Erbmasse ist Aktiendepot, Bargeld und Sachwert (Auto, Motorrad, Hausrat,
wertvolle Möbel & hochwertige Kleidung).

B ist verschuldet und erklärte, die Erbmasse in Geldwert an sich zu
nehmen um direkt seine Schulden zubezahlen. Desweiteren erklärt B, dass
die Erbmasse in Sachwertkomplett gespendet wird.

Der Erbschein wurde noch nicht ausgestellt worden.

Folgende Fragen ergeben sich:
1. Werden C + D informiert, wenn der Erbschein an B gegangen ist, und
falls ja, wann und durch wen erfolgt diese Information?

2. darf B den Nachlaß an Geldwert an sich nehmen, und seine Schulden
bezahlen bevor eine Pflichtteilsauszahlung an C + D erfolgt ist?

3. Welche Rechte haben C + D gegenüber B und wie schnell muß B das Geld
aus dem vorhandenen Bargeldvermögen an C + D auszuzahlen?

4. Was macht man, wenn B das Geld direkt abhebt und das Geld dann weg
ist? Darf B das?

5. dürfen C + D ein Nachlassverzeichnis von B anfordern, damit der Wert
der gespendeten Sachwerte ermittelt werden kann?

6. darf B aufgefordert werden, ein Nachlassverzeichnis zu erstellen,
auch schon bevor der Erbschein an B gegangen ist?
(begründet darin, das B direkt nach Erbscheinaushändigung spendet, bevor
C + D den Wert des Hausrat etc. einschätzen konnten.)

7. darf B überhaupt alles spenden, bevor C + D ein beglaubigtes
Nachlassverzeichnis erhalten haben?

7. Wie errechnet man dann den Pflichtteil aus dem Sachwert, wenn kein
Nachlassverzeichnis existiert und die Sachwerte weg sind?

9. dürfen C + D einen Gutachter bestellen, der den Nachlass schätzt,
oder darf das nur B?

10. es ist doch korrekt, dass B aus den gespendetem Nachlass auch den
Wert anteilig als Pflichtteil an C + D auszahlen muß?

Vielen Dank für Ihre Rückmeldungen!
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Alt 04.10.2005, 16:11   #2
Anagrom Ataf
Moderator
 
Registriert seit: 13.01.2005
Beiträge: 21.481
1. Im Normalfall werden C und D bei einem Erbscheinsantrag angehört werden. Eine Mitteilung über die Erteilung des Erbscheins gibt es nicht, zumal sie auch für etwaige Rechte von C und D ohne Belang wäre.

2. Ja.

3. Der Pflichtteilsanspruch ist ein Geldanspruch in Höhe von jeweils der Hälfte der Erbteile, die sie als gesetzliche Erben erhalten hätten. Es gibt keine Wartefristen für die Geltendmachung.

4. B kann als Erbe frei über den Nachlass verfügen.

5., 6. Der Erbschein ist nur ein Ausweispapier und nicht Voraussetzung für die Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen.
Außerdem § 2314 BGB: Ist der Pflichtteilsberechtigte nicht Erbe, so hat ihm der Erbe auf Verlangen über den Bestand des Nachlasses Auskunft zu erteilen. Der Pflichtteilsberechtigte kann verlangen, dass er bei der Aufnahme des ihm nach § 260 vorzulegenden Verzeichnisses der Nachlassgegenstände zugezogen und dass der Wert der Nachlassgegenstände ermittelt wird. Er kann auch verlangen, dass das Verzeichnis durch die zuständige Behörde oder durch einen zuständigen Beamten oder Notar aufgenommen wird.
Die Kosten fallen dem Nachlass zur Last.


7. Siehe 4.

8. Dafür gibt es § 2314 BGB (siehe zu 5., 6.). Wenn keine einigkeit über den Wert zu erzielen ist, muss ggf. eine Schätzung (ggf. durch einen Gutachter) an Hand der vorhandenen Informationen oder besser des Gegenstands selbst erfolgen bzw. man kann den Klageweg beschreiten.

9. Jeder kann einen Gutachter beuaftragen. Ob das Parteigutachten jedoch später anerkannt oder ggf. im gerichtlichen Verfahren nutzbar ist und ob man die Kosten wieder sieht, ist eine andere Sache.

10. Der Pflichtteil errechnet sich aus dem Gesamtwert des Nachlasses zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers.
__________________
Demokratie ist eine Einrichtung, die es den Menschen gestattet, frei zu entscheiden, wer an allem schuld sein soll.
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